

Der Porsche 956 war Porsches erste Monocoque Konstruktion die sich ebenfalls zum ersten mal den ground effect
zu Nutze machte.
Nachdem der 956 1982 und -83 zahlreiche Siege einfahren konnte und sich somit direkt nach dem 935 und 936 in
eine unglaubliche Siegesserie eingereiht hatte, wurde noch 1983 mit seiner Weiterentwicklung begonnen . Seit
1982 galt in Europa das Gruppe C Reglement, wonach der 956 aufgebaut wurde . In den USA hingegen war der 956
nicht konform mit den Regeln der IMSA. Der 962C war geboren .
Da es nicht gelang mit einigen wenigen Änderungen aus dem 956 ein IMSA regelkonformes
Fahrzeug zu bauen wurde, um der Weiterentwicklung Ausdruck zu verleihen, gleich die Namensänderung in 962
beschlossen . Nachdem der Radstand auf 2,77 Meter verlängert wurde ( die Pedalerie musste versetzt werden, da
die Füße des Fahrers nicht weiter als bis zur Mitte der Vorderachse liegen durften, beim 956 waren
es ganze 12 cm vor der Vorderachse ) und somit auch das Monocoque,
musste die Schnauze gekürzt werden um die Fahrzeuggesamtlänge beizubehalten .
Natürlich war das bei Weitem nicht alles . Allein diese Änderung brachte weitere Folgeänderungen mit
sich.
Das IMSA Reglement zwang die Ingenieure weiterhin dazu das ursprüngliche Fahrzeug abzuändern. Bis der
fertige
962 schließlich am 5. Februar 1984 bei den 24h von Daytona starten konnte wurde gezeichnet, geplant, gefertigt
und schließlich der erste Prototyp tausende von Kilometern in Weissach und Paul Ricard getestet . Das Rennen
in Daytona endete
eher unglücklich, zeigte jedoch sehr deutlich das Potenzial des 962. Das Fahrzeug fiel in Führung
liegend mit
Getriebeschaden aus und das Team um Mario und Mike Andretti musste einige Stunden später, nachdem zahlreiche
der 40 Runden Rückstand aufgeholt waren, wegen Motorschaden aufgeben. Dieses Ergebnis ist im "Lebenslauf"
der 956/962 jedoch eher eine Ausnahme.
In den Jahren von 1982 bis 1994 sollten der 956 und sein Nachfolger der 962 allein 7 mal das legendäre 24h
Rennen in Le Mans gewinnen und somit zu einem, wenn nicht DEM, erfoglreichsten Rennwagen aller Zeiten werden.


Auf der Basis des 962 entwickelte das Kremer Racing Team nun seine sechste Eigen-/ Weiterentwicklung. 1976
beim sogenannten 935 „K“ (siehe Bild rechts) begonnen über den 935 K3 bis nun hin zum 962 C K6 (K7 und K8
sollten noch folgen).
In der Kremer eigenen Entwicklungs- abteilung waren Ingenieure damit beschäftigt den vom Werk erworbenen
962 C weiterzuentwickeln und zu optimieren. Eine sicherlich schwierige Aufgabe, aber ganz offensichtlich
machbar .
Besondere Merkmale des C K6 sind der frei- stehende Heckflügel ( eine vom Werk forcierte
Weiterentwicklung des 962C), eine Bremsenbelüftung über
„Schnorchel“ auf der Heckhaube, leistungsstärkere Bremsen und ein leistungsstärkerer Motor . Neben Motor- und
Bremsleistung wurden auch die Aerodynamik und das Fahrzeuggewicht optimiert.
Ein Kremer typisches Merkmal am 962 und späteren Modellen sind die verkleideten Hinterräder.

Der Motor des C K6 ist ein aufgeladener 6 Zylinder Boxer twin turbo, sozusagen "Nachfahre" des 935 Aggregats,
daher ebenfalls 4 Ventile pro Zylinder und Luft-/Wassergekühlt ( luftgekühlte Zylinder mit
Wassergekühlten Zylinderköpfen) . Aus 2989ccm schöpft der Motor eine Leistung von 720 bis 790 PS bei
8200U/min, je nach Ladedruck .
Das Getriebe stammt aus dem Vorgänger des 962, dem 956 . Ein manuelles Porsche 5-Gang Getriebe
das je nach übersetzung eine Höchstgeschwindigkeit von 355 bis 385 km/h erreichen ließ .
1962 von Manfred und Erwin Kremer gegründet, spezialisierten sich die Brüder auf die Optimierung und
Reparatur von Porsche Sport- und Rennmotoren . Zunächst den 4 Zylindern, später auch den 6, 8 und 12
Zylindern.
Das Kremer Racing Team war das erste Privatteam das einen 911 in einem internationalen Rennen einsetzte.
Aufgrund der vielen Efolge im Motorsport und des gut laufenden Geschäfts wurde 1973 in Köln eine neue und
moderne Werkstatt gebaut und eingerichtet. Diese Werkstatt diente nun als Basis, von wo aus das Kremer
Team seine legendären Weiterentwicklungen beginnend beim "K" bis hin zum K8 sowie
zahlreiche Kundenfahrzeuge entwickelte und betreute .
31 (Einunddreißig !!! ) Starts beim 24 Stunden Rennen in Le Mans in Folge ist einer der stolzen Rekorde des
Teams. Allein neun mal in Folge gewannen Sie den Porsche Cup in den Jahren von 1970 bis 1978 .
Der Höhepunkt in der Laufbahn der Kölner Kremer Brüder war sicherlich der Gewinn der 24h von Le Mans
1979.
Klaus Ludwig und die Brüder Don und Bill Whittington fuhren nach 306 Runden den 935 K3 als Sieger
über die
Ziellinie und verhalfen den Zuffenhausener Sportwagenherstellern zu einer erneuten Sternstunde in Le Mans.


1988 wurde dieser 962 C K6 in Le Mans von den Kölnern an den Start gebracht. Aufgrund langjähriger
Geschäftsbeziehungen zur Firma Leyton House und um diese Marke auf dem asiatischen und europäischen Markt zu
positionieren wurde ein umfassender Sponsoringvertrag zwischen dem Kremer Team und Leyton House für drei
Jahre ( 1987 bis 1989 )geschlossen.
Daraufhin fuhr das Team zwischen 1987 und 1989 in Japan und Europa gleichzeitig.
Dieser 962 C K6 wurde bis 2004 komplett restauriert und befindet sich seither in neuwertigem Zustand.
Einige Group C GTP Rennen wurden mit diesem Fahrzeug erfolgreich bestritten bevor es vor kurzem leider
die Kremer Collection verließ .
Nach unserem Kenntnisstand wird das Leyton House Auto in der kommenden Saison wieder in der
Group C GTP Serie eingesetzt werden und seinem ursprünglich erdachten Zweck wieder
zurückgeführt...Rennen fahren und gewinnen .